Maschinensicherheit: Das Normkonformitätsverfahren

Wenn es um Maschinensicherheit geht, sind nicht allein die Betreiber gefragt. Bereits während der Planung ist eine genaue Befolgung des Normkonformitätsverfahrens unerlässlich.

Nach dem ersten, einführenden Beitrag unserer Reihe über die Maschinensicherheit richten wir nun unseren Blick ausschließlich auf das Normkonformitätsverfahren. Dabei rückt vor allem die Perspektive des produzierenden Unternehmens in den Blick.

Herstellerseite und Verwendungsweisen

Maschinensicherheit ist nicht nur für den Betreiber von entscheidender Bedeutung. Auch Herstellern beziehungsweise Inverkehrbringern sollte daran gelegen sein, durch sorgsame Prüfung für Maschinensicherheit zu sorgen. Das Verfahren auf Herstellerseite durchläuft zahlreiche Stufen – dementsprechend sind dokumentierende Unterlagen von mehreren hundert Seiten keine Seltenheit. An den Kunden muss allerdings nur die EG-Normkonformitätserklärung (= CE-Urkunde) weitergegeben werden.

Eine Schwierigkeit liegt gewiss darin, dass auch nicht ordnungsgemäße Verwendung keinesfalls zu Gefahren führen darf. Dabei gibt es freilich eine Einschränkung: Wenn jemand absichtlich Regeln missachtet, um sich einen erwartbaren Vorteil zu verschaffen. Daher muss etwa ein Sicherheitszaun so hoch sein, dass er nicht mit gewöhnlichen Mitteln überstiegen werden kann. Sollte sich allerdings ein Mitarbeiter irrational verhalten, kann natürlich auch kein Hersteller für dessen selbstverschuldete Verletzungen verantwortlich gemacht werden.

Schritte des Normkonformitätsverfahrens

Das Normkonformitätsverfahren läuft zu den Prozessen der Planung und Realisierung parallel. Es existieren fünf wesentliche Schritte, die gemäß DIN EN ISO 12100 laufend wiederholt werden müssen:

1. Festlegung von Betriebs- und Randbedingung

2. Analyse des Risikos

3. Analyse der Gefährdung

4. Maßnahmenplan

5. Wirkungsnachweis der Maßnahmen

Bei diesem Verfahren benötigen die Verantwortlichen umfassende fachliche Kenntnisse. Obwohl sie üblicherweise bei den jeweiligen Herstellern vorhanden sind, sollte der Aufwand nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es kann hierbei nämlich zu erheblichen organisatorischen Überschneidungen kommen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich oft, die Bewertung der Maschinensicherheit an externe Fachleute abzugeben. Natürlich gilt es, in jedem Einzelfall die Optionen gegeneinander abzuwägen.

Das letzte Wort haben dann die Kosten – interne versus externe Lösung – im Vergleich.


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