Tray Cleaner von K&K - Umweltschonende Werkstückträgerreinigung

Experteninterview mit Michael Kreutz

Ralf Eickhorn: Guten Tag Herr Kreutz. Als Geschäftsführer der K&K Systeme GbR sind mit der Reinigung besonderer Ladehilfsmittel in der Produktion, sogenannter "Trays", bestens vertraut. Lassen Sie uns mit einer Begriffserklärung beginnen: Was ist aus Ihrer Sicht ein Tray?

Michael Kreutz: Ein Tray oder auch Werkstückträger findet in fast allen Bereichen der Industrie mit automatisierter Fertigung Anwendung. Es ist ein Träger, der ein oder mehrere Werkstücke aufnimmt, um sie entlang einer Fertigungslinie durch mehrere Fertigungsstationen zu transportieren. So zum Beispiel Handyschalen, Lackieraufnahmen, Drehteile, elektronische Bauteile, Kunststoffteile oder Autozubehör. Die Trays sind in der Regel aus Kunststoff und werden mehrfach verwendet. Meist sind die Behältnisse individuell für die Anwendung gefertigt. Das macht deren Reinigung nicht unbedingt leichter. Im Laufe der Nutzung verschmutzen sie und verschlechtern die Prozessqualität.

Ralf Eickhorn: Wenn Werkstückträger mehrfach in Zyklen verwendet werden und sie währenddessen verschmutzen, muss man diese also reinigen. Wie stellt sich die Verschmutzung genau dar?

Michael Kreutz: Kunststoff-Trays laden sich bereits bei jeder Berührung oder Bewegung statisch auf. Diese elektrostatische Aufladung zieht trockenen Staub an und hält ihn auf der Oberfläche fest. Sie kennen dieses Phänomen auch aus dem Alltag, wenn die Haare in alle Richtungen abstehen oder Sie sich in den kälteren Monaten beim über den Teppich gehen elektrostatisch aufladen. Diese Kontaminationen sind in der Fertigung unerwünscht, da sie zu Ausschuss führen. Herkömmliche Reinigungsansätze versagen hier meist. Das gilt insbesondere bei komplexen Oberflächenstrukturen der Trays, wie z. B. bei Falzen und Nuten. Denn zum einen können manche Stellen einfach nicht gut gereinigt werden und die statische Aufladung wird nicht restlos abgebaut. So kann nicht nur die Produktionsausbeute leiden, sondern unter Umständen auch die Gesundheit von Menschen.
Hier setzen unsere speziell abgestimmten Tray-Reinigungsanlagen an: Sie gewährleisten beide Funktionen, nämlich die Neutralisierung der elektrostatischen Aufladung und die Reinigung.

Ralf Eickhorn: Tray-Reinigungsanlagen machen sich die Technologie der Ionisierung zunutze. Können Sie dies etwas genauer erklären?

Michael Kreutz: Ionisierung kann man sich als die Neutralisierung elektrostatischer Aufladung von Oberflächen vorstellen. Technisch gesehen werden aus einem Atom eines oder mehrere Elektronen entfernt, sodass ein positiv geladenes Ion zurückbleibt. Tray Cleaner machen sich genau das zunutze: Durch die wirbelnde, ionisierte Luft werden sowohl die Oberflächen als auch die Staubpartikel positiv geladen. Die Oberflächen stoßen dann den Staub ab - ähnlich wie bei zwei Magneten die Pluspole. Die so gelöste Kontamination kann dann abgesaugt werden. Resultat: Von Stäuben und trockenen Verunreinigungen gereinigte Trays – selbst bei komplexen Oberflächenstrukturen!
 

Das ganze System kommt dazu auch noch komplett ohne Wasser oder Reinigungsflüssigkeiten aus. Es ist kostengünstig und sehr gut für die Umwelt.

Ralf Eickhorn: Sie planen, konstruieren und produzieren Tray Cleaner? Gibt es unterschiedliche Modelle?

Michael Kreutz: Grundsätzlich haben unsere Kunden individuelle Vorstellungen und Anforderungen an ihre Tray-Reinigung. Dem kommen wir im Sonderanlagenbau gerne nach. Nicht zuletzt dank der flexiblen Konstruktionsmöglichkeiten, die die Aluminium-Profile von item bieten. Die Konstruktion, aber auch Anpassungen und Änderungen sind effizient umsetzbar. Zumal das geringere Gewicht bei der notwendigen Stabilität optimal gegeben ist. Und dann sieht es auch noch klasse aus.

Standardmäßig bieten wir drei Modelle an, bei denen die item Profilbaureihe 8 inklusive Zubehör zum Einsatz kommt. Dies ermöglicht es uns, auf alle wesentlichen Kundenanforderungen zu reagieren. Zum Beispiel der Kreutz-i RS700®, eine stand-alone-Lösung für den ergonomischen Ein-Mann-Betrieb. Hier erfolgt die Reinigung getrennt vom Fertigungsprozess und die Be- und Entladung der Trays werden einzeln vom Bediener auf das Transportband gelegt, dem Transportsystem gereinigt zurückführt und je nach Typ gestapelt.

Ralf Eickhorn: Welche Einsatzgebiete von Tray Cleanern gibt es?

Michael Kreutz: Tray-Reinigungssysteme kommen überall da zum Einsatz, wo Trays in Fertigungsprozessen genutzt werden und der Kunde sich keine Kontamination leisten kann. Damit ist der Einsatz branchenübergreifend sinnvoll. Egal, ob in der Kunststoffherstellung, in der Halbleiterindustrie, der Pharmazie- oder in der Automotive-Branche: unsere Tray Cleaner reinigen überall.
Ein riesiger Vorteil unserer industriellen Reinigung von Werkstoffträgern ist, dass sie die Umwelt entlasten. Stellen Sie sich nur einmal vor, alle Trays, die wir dank Ionisierung umweltschonend reinigen, müssten stattdessen mit Wasser oder gesondert zu entsorgenden Reinigungsflüssigkeiten gesäubert werden. Das wäre nicht auszudenken! Zudem sind diese auch ergonomisch konzipiert und für intuitive Bedienung ausgelegt. Durch integrierte Schutzeinrichtungen und die Kompletteinhausung sind sie dabei besonders prozesssicher und wartungsarm.

Ralf Eickhorn: Besten Dank Herr Kreutz für Ihre Zeit.

 

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