ESD-Schutz-Management: Die besten Vorbeugungsmaßnahmen

Der sicherste Weg gegen elektrostatischen Entladungen ist die Errichtung einer ESD-Schutzzone.

Um elektrostatischen Entladungen (ESD) zuvorzukommen, gibt es einige effektive Gegenmaßnahmen. Nachdem wir zuvor Grundlegendes zu ESD und Risikofaktoren vorgestellt haben, beschäftigen wir uns mit entscheidenden Maßnahmen zur Vorbeugung. Dabei nehmen wir neben ESD-Schutzzonen auch ESD-gerechte Böden und Arbeitsplätze in den Blick.

Innerhalb der ESD-Schutzzone

Am sichersten fällt definitiv die Errichtung einer ESD-Schutzzone aus. Sie wird auch als „electrostatic protected area“ (EPA) bezeichnet. Der Gedanke dahinter ist so einfach wie effektiv: In dieser besonderen Zone sind sämtliche Materialien ableitfähig und zudem auf dem gleichen Potenzial geerdet. Daher können elektrostatische Aufladungen und Potenzialunterschiede nicht auftreten. Es gibt insgesamt drei verschiedene EPA-Varianten. Sowohl einzelne Arbeitsplätze als auch definierte Flächen oder ganze Gebäude lassen sich als ESD-Schutzzonen nutzen.

Nur geschultes Personal oder detailliert unterwiesene Besucher haben Zugang zu einer EPA. Im Umgang mit den ESD-sensitiven Bauteilen gelten noch einmal strengere Richtlinien: Es darf allein geschultes Personal damit in Kontakt kommen. Daneben ist die Einhaltung der ESD-Verpackungsregeln absolute Pflicht – inner- und außerhalb der ESD-Schutzzone. Muss dennoch innerhalb des geschützten Bereichs aufladbares Material verwendet werden, so darf der Wert des entsprechenden elektromagnetischen Feldes 100 V/cm nicht übersteigen.

Was bei einem ESD-Boden beachten werden muss

Integraler Bestandteil jeder ESD-Schutzzone ist ein ordnungsgemäßer und sicherer Boden. Aufgrund der Leitfähigkeit und Verbindung mit der Erde können elektrische Aufladungen, etwa beim Gehen, durch mehrere Kupferbänder abgeführt werden. Wenn ein fest installierter ESD-Boden vorliegt, besteht er aus zahlreichen Schichten. Nach der Installation sollte unbedingt eine Erstabnahme durch den Fachmann erfolgen.

Hinsichtlich der Pflege und Wartung eines ESD-Bodens muss besondere Vorsicht gelten. Ohne einen Boden im optimalen Zustand fehlt eine entscheidende Komponente im ESD-Schutz-Management. Dies wäre etwa bei der Verwendung von Reinigern oder Pflegeprodukten auf Wachs-Basis der Fall. Wachs setzt nämlich die Leitfähigkeit signifikant herab. Um generell eine perfekte Leistung zu garantieren, sind kontinuierliche Messungen obligatorisch. Hierfür müssen entsprechende Anweisungen jederzeit für das Personal verfügbar sein.

Regeln für ESD-gerechte Arbeitsplätze

Für alle Arbeitsplätze innerhalb der EPA gelten die genannten Verhaltensregeln. Aufladbares Material sollte nicht im Handhabungsbereich verwendet werden – soweit möglich. Ist dies dennoch unentbehrlich, muss auf ausreichenden Abstand geachtet werden. Kontrollmessungen sind daher Pflicht. Ableitfähigkeit und Erdung des vollständigen Arbeitsbereiches müssen ebenfalls gewährleistet sein.

Als Beispiel für einen ESD-Risikofaktor am Arbeitsplatz sei die Beleuchtung genannt. Dies mag zunächst verwundern, da hier sonst eher von Schuhen, Kleidung oder Stühlen die Rede ist.

Beim ESD-Schutz-Management sitzt jedoch gerade in den unscheinbaren Dingen die Gefahr. In Gestänge- und Lupenleuchten befindet sie sich zudem äußerst nah am gefährdeten Produkt. Das Material dieser Leuchten – Glas oder Kunststoff – weist eine hohe Aufladbarkeit auf. Achten Sie daher immer auf folgende Norm: DIN EN 61340-5-1:2008; Teil 5-1.


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