Retrofit: Mit bewährten Anlagen neue Herausforderungen meistern

Warum die Modernisierung von Steuerungstechnik, Mechatronik oder Prozessvisualisierung ein extrem wirtschaftlicher Weg zu einer gesteigerten Produktivität ist

„Retrofit“ (engl.: Nachrüstung, Umbau) bezeichnet die Umrüstung von Bestandsanlagen oder -maschinen im Sinne einer Optimierung. In der Automotive-Branche wird dafür auch der Begriff „Aktionierung“ verwendet. Um es ein wenig salopp zu formulieren: Sie werden „auf Vordermann gebracht“. Schneller, fehlerfreier und effizienter produzieren ist die allgemeine Zielsetzung, wenn sich für ein Retrofitting entschieden wird.

Längst kein altes Eisen

Ob Retrofit möglich oder sinnvoll ist, hängt ganz von der Beschaffenheit der jeweiligen Anlage ab. So gibt es sowohl veraltete Maschinen, die ersetzt werden sollten, als auch echte Juwelen, die nach einer Auffrischung noch heller strahlen. Grundsätzlich ist es so, dass die Technik im Maschinenbau der Retrofit-Methode sehr entgegenkommt. Maschinen und Anlagen sind oft jahrzehntelang im Einsatz, dennoch ist die Mechanik nach wie vor einwandfrei. Diese Robustheit lässt sich perfekt mit neuen Verfahren in Bereichen wie Automatisierungs-, Antriebs- oder Steuerungstechnik kombinieren.

Retrofit: Praktische Checkliste

Retrofit lohnt sich, wenn…

Ihnen eine Neuanschaffung unwirtschaftlich erscheint

Sie die Produktionsleistung steigern möchten

Sie zur Qualitätssteigerung eine präzisere Steuerung benötigen

Sie die Lebensdauer der Maschine/ Anlage erhöhen wollen

Sie eine Steigerung der Produktqualität beabsichtigen

Sie Instandhaltungskosten und Stillstandzeiten reduzieren möchten

Sie veränderte Auflagen der Arbeitssicherheit erfüllen müssen

keine Ersatzteile für Komponenten mehr produziert werden

die Bestandmaschine keinen zeitgemäßen Bedienkomfort bietet

Sie für Ihre Anlage/Maschine eine IT-Integration wünschen

Genau diese Robustheit zeigte sich, als die STiMA GmbH in den Besitz einer alten Gildemeister NEF-560-Drehmaschine kam. Eigentlich sollte die Maschine verschrottet werden, mechanisch war sie allerdings in einem einwandfreien Zustand. Nachdem die Drehmaschine bei der STiMA GmbH angekommen war, wurde sie zunächst in ihre mechanischen Einzelteile zerlegt. Nicht mehr benötigte Komponenten sowie die alte Steuerung der Maschine wurden anschließend entsorgt. Die Teile, die für einen Wiederaufbau nötig waren, erfuhren eine Säuberung mit einem Eisreinigungsverfahren.

Alle aufgearbeiteten Maschinenteile durchliefen im Anschluss eine mechanische Anpassung an die neuen Komponenten. Zudem musste ein neuer Schaltschrank mit einer Siemens 828D-Steuerung aufgebaut werden. Nach der Neulackierung der Maschinenteile konnte mit dem Zusammenbau begonnen werden. Zusätzliche Elemente, wie z.B. ein Schwenkarm für das Bedienpanel, wurden hierbei ebenfalls an der Maschine integriert. Abschließend erfolgte die Programmierung der neuen Steuerung. Das hierbei angeeignete Know-how bringt STiMA in die Position, auch zukünftige Retrofit-Projekte aus einer Hand betreuen zu können.

Vorteile von Retrofit

Hohe Wirtschaftlichkeit ist also einer der entscheidenden Vorteile von Retrofit. Im Vergleich entstehen hierbei Kosten, die lediglich 20 bis 60 Prozent der Investitionssumme für eine Neuanschaffung ausmachen. Wie bereits erwähnt, kommt Retrofit den Entwicklungstendenzen des Maschinenbaus sehr entgegen. Mechanik verändert sich oft über lange Zeit kaum, sodass eine behutsame Modifizierung das Beste aus der vor langer Zeit getätigten Investition macht. Ebenso ist es möglich, dass Retrofit bislang noch nicht vollständig genutztes Potenzial einer Maschine entfaltet. Bei einer planvollen, schrittweisen Herangehensweise lässt sich die Modernisierung zudem quasi ohne lästige Stillstandszeiten bewerkstelligen.


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